Bügeln: glatte Wäsche ohne Falten

Bügeln: glatte Wäsche ohne Falten
bügeln

Gebügelt wird bereits seit dem Mittelalter. Schon damals diente das Bügeln in erster Linie dem gepflegten Aussehen der Textilien bzw. seines Trägers. Denn knittrige Kleidung oder auch Tischwäsche vermitteln keinen guten Eindruck. Zudem setzt sich an Stoffen, dessen Fasern geglättet sind, weniger Staub und anderer Schmutz fest. Während die Gründe für das Bügeln über die Jahrhunderte hinweg die gleichen geblieben sind, hat sich alles andere rund um das Plätten von Wäsche seitdem jedoch deutlich verändert. Insbesondere der Aufwand ist dank der modernen Technik deutlich geringer geworden. Mit der richtigen Ausstattung, dem nötigen Wissen sowie ein paar Tricks und Kniffen (natürlich nicht in der Wäsche) ist der Wäscheberg deshalb im Nu knitter- und faltenfrei. Lesen Sie hier, wie einfach Bügeln ist.

Da A und O zum Bügeln: das richtige Handwerkszeug

Alles Wissen rund ums richtige Bügeln und die besten Tricks helfen Ihnen nicht, wenn Ihre Ausrüstung nicht passt. Deshalb widmen wir uns zunächst diesem wichtigen Thema. Was benötigen Sie? Und wie machen Sie Ihre alten Gerätschaften wieder fit?

Die Wahl des richtigen Bügeleisens

Für ein gutes Bügelergebnis, das ohne viel Aufwand erreicht wird, ist unter anderem das passende Bügeleisen entscheidend. Heutzutage sind Dampfbügeleisen nicht mehr wegzudenken. Denn der Wasserdampf erleichtert das Glätten der Textilien ungemein. Aus diesem Grund sind sie auch gegenüber Bügeleisen ohne Dampffunktion vorzuziehen. Wenn Sie generell viel Wäsche bügeln müssen, bietet sich unter Umständen eine Dampfbügelstation an. Bei diesen Geräten befindet sich der Wassertank nicht in dem Bügeleisen, sondern außerhalb. Dadurch können sie mehr Wasser fassen, sodass Sie länger am Stück bügeln können, ohne nachfüllen zu müssen. Zudem wiegt das Bügeleisen dadurch weniger. Der Nachteil von Dampfbügelstationen ist, dass sie viel Platz einnehmen und der Einstiegspreis höher ist als bei gewöhnlichen Dampfbügeleisen. Sie lohnen sich deshalb nicht, wenn Sie nur selten und wenig bügeln.

Egal, für welche Technik Sie sich entscheiden, Sie sollten unbedingt darauf achten, dass das Bügeleisen gut in Ihrer Hand liegt und Sie es gut führen können. Beim Gewicht des Dampfbügeleisens sollten Sie bedenken, dass es leer weniger wiegt als, wenn es später mit Wasser befüllt ist. Generell können Sie zwar mit einem eher schweren Bügeleisen leichter mehr Druck ausüben, wenn eine besonders hartnäckige Falte beseitigt werden soll. Allerdings kann das Bügeln mit einem schweren Gerät bei längeren Bügeleinheiten auch sehr anstrengend werden.

In Sachen Ausstattung gibt es Folgendes zu beachten: Sehr empfehlenswert ist eine Abschaltautomatik, die Brandlöcher verhindert, wenn das Bügeleisen auf dem Bügelbrett bzw. auf dem zu bügelnden Kleidungsstück stehen gelassen wird. Die Bügelfläche des Eisens sollte aus Keramik sein, da dieses Material kratzfester ist als Stahl. Denn Kratzer beeinträchtigen die Gleitfähigkeit des Bügeleisens. Um schnell mal eben zwischendurch kleine Fältchen zu beseitigen (z. B. wenn ein Hemd länger dicht gedrängt im Kleiderschrank gehangen hat und sich dabei kleine Knitterfältchen zugezogen hat), ist eine Vertikaldampffunktion des Bügeleisens sehr praktisch. Die Falten werden damit beseitigt, indem das Gerät hochkant an dem hängenden Hemd entlang geführt wird.

Das passende Bügelbrett zum Bügeln

Theoretisch können Sie Ihre Wäsche auch auf einem Tisch, den Sie mit einer dicken Decke vor der Hitze des Bügeleisens schützen, glätten. Wenn Sie aber regelmäßig zum Bügeleisen greifen und nicht nur einmal im Jahr zu Weihnachten die festliche Tischdecke bügeln, empfiehlt sich ein Bügelbrett. Da es höhenverstellbar ist, schont es Ihren Rücken enorm. Zudem haben Sie die Möglichkeit, zum Beispiel Röcke, Kleider, T-Shirts und Pullover nicht einfach nur auf das Bügelbrett zu legen, sondern in der Weise über das Bügelbrett zu ziehen, dass Sie nur eine Stoffschicht und nicht Vorder- und Rückseite des Kleidungsstückes gleichzeitig bügeln. Das vereinfacht die Sache ungemein, da Sie nicht versehentlich Falten in die untere Stofflage einarbeiten.

Falls Sie noch kein geeignetes Bügelbrett besitzen oder sich ein neues zulegen wollen, achten Sie beim Kauf unbedingt auf folgende Eigenschaften:

  • Das Bügelbrett sollte nicht zu schmal sein, damit Sie größere Wäschestücke (z. B. Bettwäsche und Tischdecken) nicht zu häufig umlegen müssen. Gleichzeit sollte es nicht zu breit sein, damit es Ihnen möglich ist, Kleidungsstücke, wie oben beschrieben, über das Brett zu ziehen.
  • Beim Bezug des Bügeltisches ist es wichtig, dass dieser die Wärme des Bügeleisens reflektiert. Auf diese Weise wird der Stoff quasi beidseitig gebügelt und ist schneller glatt.
  • Wichtig ist auch eine geeignete Abstellfläche für das Bügeleisen am Bügeltisch, damit das Gerät sicher geparkt werden kann, während das Wäschestück umgelegt oder ein neues aufgelegt wird.

Aus alt mach neu

Nur weil Ihre Geräte zum Bügeln schon ein bisschen in die Jahre gekommen sind, bedeutet das noch nicht, dass Sie sich sofort neue zulegen müssen. Falls Ihr Bügeleisen technisch stark veraltet ist oder nicht mehr die volle Bügelleistung erbringt, sollten Sie jedoch über den Kauf eines neuen nachdenken. Sollte die Bügelleistung allerdings nur deshalb eingeschränkt sein, weil die Dampfdüsen verkalkt sind, gibt es eine deutlich günstigere Alternative: Entkalken Sie das Bügeleisen. Auch ein Bügelbrett, was seine besten Tage eigentlich schon hinter sich hat, wird mit wenigen Handgriffen wieder fit für die nächste Bügelpartie.

Bügeleisen richtig entkalken

Entkalken sollten Sie Ihr Dampfbügeleisen regelmäßig und nicht erst dann, wenn durch den Kalk Beeinträchtigungen extrem spürbar werden. Denn durch Kalkablagerungen kann der Energieverbrauch deutlich ansteigen, wenn Sie länger bügeln müssen, weil die Bügelleistung durch verstopfte Düsen abnimmt und die Falten dadurch nicht mehr so schnell verschwinden. Im schlimmsten Fall kann das Bügeleisen sogar Schaden nehmen, sodass Sie sich ein neues zulegen müssen.

Vor dem Entkalken des Bügeleisens werfen Sie am besten einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes. Dort steht genau beschrieben, wie Sie vorgehen sollten. In der Regel füllen Sie den Wassertank Ihres Bügeleisens bis zur Max-Markierung mit einer Entkalkerlösung. Gut geeignet ist unser AmbiClean Flüssig-Entkalker. Diesen mischen Sie im Verhältnis 1:4 mit Wasser. Im nächsten Schritt heizen Sie das Eisen auf höchster Stufe auf. Dann halten Sie das Bügeleisen über das Spülbecken und betätigen den Dampfauslass, damit der Entkalker im gesamten Dampfsystem verteilt wird. Danach stellen Sie das Gerät aus und lassen den Entkalker eine gute Viertelstunde einwirken. Nach der Wartezeit schalten Sie das Bügeleisen wieder an und betätigen den Dampfauslass über dem Spülbecken, bis der Wassertank leer ist. Abschließend befüllen Sie den Wassertank mit Wasser und entleeren ihn erneut auf die gleiche Weise.

Eines noch zu diesem Thema: Finger weg von Zitronensäure beim Entkalken des Bügeleisens. Zitronensäure eignet sich zwar gut zum Entkalken, aber nur solange sie beim Entkalkungsvorgang nicht erhitzt wird. Denn dann bildet sich eine klebrige Maße, die im Falle des Bügeleisens die Düsen verstopft und schwer bis gar nicht mehr zu entfernen ist.

Altes Bügelbrett aufarbeiten

Ist der Bezug Ihres Bügeltisches nicht mehr schön, wird die Wärme nicht richtig reflektiert, weil eine spezielle Beschichtung des Bezuges fehlt oder beschädigt ist, oder ist die Polsterung zwischen Bügelbrett und Bezug hinüber? Dann brauchen Sie kein neuen Bügeltisch, wenn das Brett ansonsten noch gut ist und Ihren Ansprüchen gerecht wird. Denn Bezug und Polster lassen sich schnell und einfach tauschen. Sie kaufen beschichtete Bezüge und Ersatzpolster günstig im Internet. In regelmäßigen Abständen werden sie auch beim Discounter um die Ecke angeboten. Wird lediglich die Wärme nicht mehr richtig reflektiert, tut es auch eine Schicht Alufolie unter dem Bügeltischbezug.

Richtig bügeln ist so einfach

Stimmt die Ausrüstung, müssen Sie das Bügeleisen nur noch korrekt bedienen und die richtige Bügeltechnik anwenden. Dann ist das Bügeln ganz einfach und Ihre Textilien sind schnell ihre Falten los.

Was wird gebügelt?

Bei der Frage, was alles gebügelt werden muss, scheiden sich die Geister. Manche bügeln so ziemlich alles, vom Handtuch über Jeans und T-Shirts bis hin zur Unterhose – egal ob knittrig oder nicht. Andere bügeln nur das Nötigste, wie zum Beispiel krause Hemden, Blusen und Tischdecken. Welche Wäschestücke bei Ihnen unter dem Bügeleisen landen, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Generell gilt:

  • Reine Baumwolle ist anfälliger für Falten und Co. als Mischgewebe und muss deshalb eher gebügelt werden.
  • Welche Kleidungsstücke nicht gebügelt werden dürfen, erkennen Sie an dem durchgestrichenen Bügeleisensymbol auf dem eingenähten Pflegeetikett.
  • Teilweise zieht sich Kleidung, die eng am Körper anliegt, durch die Körperwärme von selbst glatt, wenn Sie sie ein paar Minuten anhaben.
  • Harte Handtücher werden wieder weich, wenn man sie bügelt.

Die richtige Bügelstufe

Wichtig ist beim Bügeln, dass Sie die richtige Temperaturstufe einstellen. Welche das ist, sehen Sie an den Punkten in dem Bügeleisensymbol auf dem eingenähten Etikett mit den Pflegehinweisen:

  • 1 Punkt = niedrigste Stufe (z. B. Nylon und Acryl)
  • 2 Punkte = mittlere Stufe (z. B. Wolle und Polyester)
  • 3 Punkte = höchste Stufe (z. B. Leinen und Baumwolle).

Oberhemden, Blusen und Co. richtig bügeln

Glatte Teile, wie zum Beispiel Tischdecken oder Bettwäsche, sind einfach zu bügeln. Die größte Herausforderung ist hierbei, die Stoffmassen zu bewältigen. Auch Hosen, T-Shirts und Pullover sind noch relativ einfach handelbar. Die Probleme fangen für viele erst bei Oberhemden und Blusen an. Dabei sind auch diese ohne Schwierigkeiten bügelbar. Es kommt nur auf die richtige Reihenfolge beim Bügeln an. Ein Oberhemd glätten Sie in folgenden Schritten:

  1. Beginnen Sie mit dem Kragen. Fahren Sie mit dem Bügeleisen erst über die Innenseite des Kragens und danach über die Außenseite.
  2. Verfahren Sie mit den Manschetten genauso wie mit dem Kragen.
  3. Bügeln Sie nacheinander die Ärmel des Hemdes. Legen Sie dafür den jeweiligen Ärmel so auf das Bügelbrett, dass die Naht des Ärmels zur Seite zeigt. Dann streichen Sie beide Stofflagen des Ärmels glatt und bügeln darüber. Danach drehen Sie den Ärmel um und glätten auch die Rückseite. Bei diesem Vorgang entsteht eine Bügelfalte an der gegenüberliegenden Seite der Naht. Möchten Sie keine Bügelfalte, bügeln Sie nicht ganz bis zum Rand und legen den Ärmel im Anschluss so hin, dass seine Naht mittig nach unten zeigt. Dann glätten Sie die Mitte des Ärmels, wo sonst die Bügelfalte sitzt. Dabei lassen Sie die Ränder wieder aus.
  4. Spannen Sie die Schulterpartie so um die Spitze des Bügeleisens, dass der Kragen auf dem Bügelbrett liegt und das Hemd nah unten hängt. Nun bügeln Sie die Schulterpartie, indem Sie das Hemd stückchenweise weiter bewegen und immer wieder glatt über die Bügelbrettspitze ziehen.
  5. Schließen Sie den obersten Hemdknopf und ziehen Sie das Hemd nun mit dem Kragen nach außen über die Bügelbrettspitze. Das Hemd liegt nun auf dem Bügelbrett auf, ohne dass Vor- und Rückseite des Hemdes übereinanderliegen. Nun kann das Hemd beim Glattbügeln immer weiter um das Brett herumgezogen werden, bis das gesamte Hemd gebügelt ist.

Wenn Sie ein Bluse bügeln, gehen Sie entsprechend vor.

Weitere Tipps rund um das Bügeln

Mit unseren weiteren Tipps verschwinden Knitterfalten und Co. noch einfacher und das Bügeln geht Ihnen noch leichter von der Hand.

Vorbereitung ist alles…

Wenn Sie bereits im Vorfeld beim Waschen und Trocknen der Wäsche sowie unmittelbar vor dem Bügeln ein paar Dinge beachten, fällt das Wäscheglätten im Anschluss um so leichter. Unsere Tipps:

  • Geben Sie etwas Weichspüler mit in die Waschmaschine, dann wird die Wäsche schneller glatt.
  • Ziehen Sie die gewaschenen Wäschestücke in Form und schütteln Sie diese glatt, bevor Sie sie möglichst faltenfrei auf den Wäscheständer bzw. die Wäscheleine hängen. Damit reduzieren Sie den späteren Bügelaufwand.
  • Wäsche, die Sie im Trockner trocknen, holen Sie zeitnah aus dem Gerät, schütteln sie aus und legen sie bis zum Bügeln ordentlich übereinander, damit keine unnötigen Knitterfalten entstehen.
  • Warten Sie allgemein nicht zu lange, bis Sie die Wäsche bügeln. Leicht feuchte Wäsche lässt sich am einfachsten glattbügeln.
  • Sortieren Sie die Wäschestücke während das Bügeleisen aufheizt nach Temperaturstufen, damit Sie nicht laufend die Temperatur des Bügeleisens neu einstellen müssen. Das spart Zeit.

…und Nachbereitung auch

Auch für die Zeit nach dem eigentlichen Bügelvorgang haben wir Tipps, damit Ihre frisch gebügelte Wäsche so ordentlich und gepflegt bleibt und das Bügeln nicht umsonst war. Die gebügelte Wäsche sollten Sie immer sofort falten bzw. auf Bügel hängen und in den Kleiderschrank räumen. Bleibt der Stapel gebügelter Wäsche erst noch tagelang auf dem Sofa oder anderswo liegen, besteht die Gefahr, dass die saubere und glatte Wäsche einstaubt oder der ganze Haufen umkippt und alles wieder durcheinander ist.

Falls Sie eine gebügelte Tischdecke nicht gleich auflegen, sollten Sie diese vor dem Zusammenlegen erst einmal auf einem Sofa oder Bett auszubreiten und auskühlen lassen, bevor Sie diese zusammenlegen, um Sie im Schrank zu verstauen. Denn in dem ausgekühlten Stoff bilden sich weniger hartnäckige Falten an den Faltstellen, als wenn die Tischdecke vom Bügeln noch sehr aufgeheizt ist.

Mit der richtigen Unterhaltung bügelt es sich gleich noch besser

Falls Ihnen das Bügeln zu langweilig oder zu eintönig ist, sorgen Sie für etwas Unterhaltung. Bauen Sie Ihre Bügelstation vor dem Fernseher auf und schauen Sie einen Film. Aber passen Sie auf, dass Sie trotzdem noch auf Ihr Bügelbrett schauen, sonst sind Falten oder gar verbrannte Finger vorprogrammiert und Vorsicht bei einem zu spannenden Film: Vergessen Sie vor lauter Spannung nicht das Bügeleisen hin und her zu bewegen, sonst haben Sie nachher ein Brandloch im Stoff, wenn Ihr Bügeleisen nicht über eine Abschaltautomatik verfügt. Lenkt Sie der Fernseher zu sehr ab, hören Sie das Hörbuch, was schon ewig bei Ihnen rumliegt, weil Ihnen sonst immer die Zeit fehlt, es anzuhören, oder machen Sie Ihre Lieblingsmusik an und schwingen das Bügeleisen im Rhythmus.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Bügeln und an die Wäschekörbe, fertig, los!

Bildnachweis: © VadimGuzhva – Fotolia.com

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